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Pflegende Angehörige


Personen, die einen Angehörigen pflegen, der Anspruch auf Pflegegeld hat, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesellschaft. Für sie gibt es besondere Versicherungsmöglichkeiten und finanzielle Unterstützungen. Zur Förderung der Gesundheit und Erholung organisiert die SVA einen Erholungsaufenthalt für pflegende Angehörige sowie eine Eltern-Kind-Kur für pflegende Eltern.

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Unterstützungen des Sozialministeriumservices

Pflegende Angehörige, die wegen Krankheit, Urlaub oder sonstigen wichtigen Gründen an der Pflege verhindert sind, können beim Sozialministeriumservice eine finanzielle Unterstützung beantragen. Damit soll eine professionelle oder private Ersatzpflege ermöglicht werden.

Voraussetzung ist, dass sie seit mindestens einem Jahr überwiegend

  • einen nahen Angehörigen mit einem Pflegegeld der Stufe drei bis sieben nach dem Bundespflegegeldgesetz (BPGG) oder
  • einen nahen Angehörigen mit einer nachweislich demenziellen Erkrankung und mit einem Pflegegeld zumindest der Stufe eins nach dem Bundespflegegeldgesetz (BPGG) oder
  • einen minderjährigen nahen Angehörigen mit einem Pflegegeld zumindest der Stufe eins nach dem Bundespflegegeldgesetz (BPGG) pflegen. 
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Pflegekarenz und Pflegeteilzeit

Unselbständig erwerbstätige Personen, die einen nahen Angehörigen betreuen, können mit ihrem Arbeitgeber Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit vereinbaren. Der nahe Angehörige muss mindestens Pflegegeld der Stufe drei beziehen (bei einem demenziell erkrankten oder minderjährigen nahen Angehörigen ab der Pflegegeldstufe eins).

Für die vereinbarte Dauer der Pflegekarenz gebührt Pflegekarenzgeld vom Sozialministeriumservice, für die Dauer der Pflegeteilzeit aliquotes Pflegekarenzgeld. Der Bezug des Pflegekarenzgeldes ist jedoch grundsätzlich mit drei Monaten begrenzt. Für eine zu pflegende Person können auch mehrere Angehörige jeweils eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit vereinbaren. So können z. B. zwei Geschwister für denselben Elternteil für unterschiedliche Zeiträume jeweils eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit für eine Dauer von bis zu drei Monaten vereinbaren.

Im Falle einer Erhöhung des Pflegebedarfs ist jeweils eine erneute Vereinbarung bis zu drei Monaten möglich.

Zeiten des Pflegekarenzgeldbezuges werden in der Pensionsversicherung berücksichtigt.

Den Antrag auf Pflegekarenzgeld können Sie beim linkSozialministeriumservice einbringen. 

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Familienhospizkarenz

Zur Sterbebegleitung naher Angehöriger oder Betreuung schwerst erkrankter Kinder können unselbständig erwerbstätige Personen eine Herabsetzung bzw. eine Änderung der Lage der Normalarbeitszeit oder eine Freistellung gegen Entfall des Entgeltes (= Karenz) bei ihrem Arbeitgeber beantragen.

Die Familienhospizkarenz kann zur Sterbebegleitung für drei Monate beansprucht werden. Auf Antrag ist eine Verlängerung bis zu sechs Monaten möglich. Bei Begleitung schwerst erkrankter Kinder sind fünf Monate Familienhospizkarenz vorgesehen. Eine Verlängerungsmöglichkeit besteht bis zu neun Monaten.

Während dieser Zeiten werden Beiträge zur Kranken- und Pensionsversicherung aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung bzw. vom Bund geleistet. 

Folgende Unterstützungen sind vorgesehen:

  • Bei finanzieller Notlage kann man während des Karenzierungszeitraums einen Zuschuss aus dem Familienhospizkarenz-Härteausgleichsfonds erhalten.
  • Auf Antrag wird während eines Pflegegeldverfahrens ein Vorschuss zumindest in der Höhe der Pflegegeldstufe drei gewährt. 
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Begünstigte Pensionsversicherung für Pflegepersonen

Unter bestimmten Bedingungen ist für Pflegepersonen eine begünstigte Weiterversicherung in der Pensionsversicherung vorgesehen:

  • Die Pflegeperson muss aus der Pflichtversicherung ausgeschieden sein, um einen nahen Angehörigen mit Anspruch auf Pflegegeld ab der Stufe drei zu pflegen. Die Pflege muss die Arbeitskraft der Pflegeperson zur Gänze beanspruchen und in häuslicher Umgebung erfolgen.
  • Der Bund übernimmt für eine Person die Kosten für die Weiterversicherung.
  • Unter bestimmten Bedingungen ist für Pflegepersonen eine beitragsfreie Mitversicherung in der Krankenversicherung vorgesehen.     
     
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Förderung bei 24-Stundenpflege

Ein Fördermodell des Sozialministeriums ermöglicht finanzielle Unterstützung, wenn Pflegegeld zumindest der Stufe drei bezogen wird, eine 24-Stundenbetreuung des Pflegebedürftigen erforderlich ist und diese Betreuung den Bestimmungen des Hausbetreuungsgesetzes entspricht.

linkInformation des Sozialministeriums über 24 Stunden Betreuung zu Hause

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Erholungsaufenthalt für pflegende Angehörige

Einmal im Jahr organisiert die SVA einen Erholungsaufenthalt für pflegende Angehörige.

Voraussetzungen:

  • Sie sind bei der SVA kranken- und/oder pensionsversichert und
  • pflegen eine Person, die Anspruch auf Pflegegeld mindestens der Stufe drei hat.

Die Anträge auf Teilnahme werden wegen der begrenzten Teilnehmerzahl nach dem Zeitpunkt des Einlangens berücksichtigt.

Nähere Informationen zum Erholungsaufenthalt für pflegende Angehörige finden Sie im Infoblatt in der Infobox rechts.  

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Eltern-Kind-Kur für pflegende Eltern

Einmal im Jahr organisiert die SVA auch eine Eltern-Kind-Kur für pflegende Eltern.

Voraussetzungen:

  • Sie sind bei der SVA kranken- und/oder pensionsversichert und
  • pflegen ein Kind, das Anspruch auf Pflegegeld hat.

Die Anträge auf Teilnahme werden wegen der begrenzten Teilnehmerzahl nach dem Zeitpunkt des Einlangens berücksichtigt.

Nähere Informationen zur Eltern-Kind-Kur für pflegende Eltern finden Sie im Infoblatt in der Infox rechts.  

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Hausbesuch auf Wunsch

BezieherInnen von Pflegegeld, die zu Hause gepflegt werden, können im Rahmen der „Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege“ auf Wunsch zu Hause besucht werden. Der Besuch erfolgt durch diplomierte Pflegefachkräfte, die über ein spezifisches Wissen über die häusliche Pflege und eine hohe Beratungskompetenz verfügen. Beim Hausbesuch wird gemeinsam mit dem pflegebedürftigen Menschen und den pflegenden Angehörigen die konkrete Pflegesituation erfasst. Schwerpunkt des Hausbesuchs ist es, bestehende Informationsdefizite durch praxisnahe Beratung zu beheben und damit zu einer Verbesserung der Pflege- und Lebensqualität beizutragen. Die Beratung umfasst praktische Pflegetipps (z.B. über die richtige Lagerung) sowie Informationen zum Thema Pflege, wie beispielsweise über das Angebot von sozialen Diensten, über Hilfsmittel oder das Pflegegeld. 

Ein Hausbesuch kann beim „Kompetenzzentrum zur Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege“ unter der Telefonnummer 01/79706-2705 angefordert werden. Der Hausbesuch ist kostenlos.

linklinkSozialministerium - Qualitätssicherung durch Hausbesuche

linklinkQualitätssicherung - Pflege


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Angehörigengespräch

Das Angehörigengespräch ist dazu gedacht, Probleme, die sich bei der Hauptpflegeperson auf Grund der belastenden Pflege ergeben, aufarbeiten zu können. Damit soll dem hauptpflegenden Angehörigen geholfen werden, die eigene Gesundheit zu erhalten bzw. zu verbessern, etwa durch das bewusst machen der eigenen Kräfte und Stärken, das Erkennen der persönlichen Grenzen, das Achten auf das eigene Wohlbefinden sowie die Information und Aufklärung der Situationsbewältigung. Individuelle Handlungsmöglichkeiten werden anhand von bestehenden Ressourcen identifiziert und regional verfügbare Unterstützungsangebote aufgezeigt. Das vertrauliche Gespräch kann entweder zu Hause oder an einem anderen Ort stattfinden. Das Angebot umfasst zwei Gesprächstermine. Ein Angehörigengespräch kann beim „Kompetenzzentrum zur Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege“ unter der Telefonnummer 01/79706-2705 angefordert werden. Das Angehörigengespräch ist kostenlos.

linklinkDas Angehörigengespräch